Zoo Neuwied ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor

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Neuwieder WirtschaftsForum machte sich ein Bild vor Ort   

Der Neuwieder Zoo ist das touristische Aushängeschild Neuwieds. Über 200.000 Menschen aus einem Umkreis von 90km besuchen jährlich den Tierpark. An guten Tagen werden bis zu 3.000 Besucher gezählt. Der Zoo ist zudem auch ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor in der Stadt. Nicht selten gehen die Investitionen in die Millionen. 93 Menschen, davon 45 Vollzeitkräfte, stehen im Zoo in Lohn und Brot. Der Zoo vergibt regelmäßig Aufträge an Unternehmen in der Region.
Da ist es hilfreich die richtigen Kontakte zu haben und durch das Neuwieder WirtschaftsForum gut vernetzt zu sein. Hans-Dieter Neuer und Mirko Thiel, zuständig für die Finanzen bzw. das Zoologische, ließen den Arbeitskreis Standortentwicklung hinter die Kulissen schauen. Wenngleich im Zoo nicht das Profitstreben im Vordergrund steht, so sind die Herausforderungen die gleichen wie in jedem anderen Wirtschaftsbetrieb.
Etwa in Sachen Fachkräfte. „Wir haben unter den Handwerkern und in der Verwaltung Vakanzen. Außerdem suchen wir einen Tierpfleger“, berichtet Mirko Thiel. In Sachen Tierpflege hat der Neuwieder Zoo hohe Maßstäbe an die Bewerber. Warum erklärt der Direktor am Umgang mit den Schimpansen. Um deren Vertrauen zu gewinnen, benötigt man viel Fingerspitzengefühl, Geduld und Einfühlungsvermögen. Kleinere Untersuchungen lassen sich auf so einer Basis dann durchführen, ohne das Tier vorher narkotisieren zu müssen.
Die aktuelle Situation auf dem Energiemarkt treibt Hans-Dieter Neuer um. Der Geschäftsführer geht von einer starken Steigerung der derzeit jährlich 250.000 Euro Energiekosten aus. „Neubauten planen wir mit Photovoltaik Anlagen. Bei den bestehenden Dachflächen muss zunächst deren Tragfähigkeit untersucht werden“, hofft Hans-Dieter Neuer zukünftig Energie einsparen zu können.
Unisono bedauern Mirko Thiel und Hans-Dieter Neuer, dass der Neuwieder Zoo bei 3,5 Mio. Euro jährlichen Ausgaben lediglich 185.000 Euro an Zuschüssen von Stadt und Kreis Neuwied bekommt. Zoos in anderen Städten seien finanziell besser unterstützt. Bauvorhaben werden zwar seitens des Landes bezuschusst, aktuell stehe man aber vor dem großen Problem stark steigender Materialpreise, so dass die ursprüngliche Kalkulation nicht mehr aufgeht.
Gut, dass zum Zoo-Team fünf Handwerker gehören, die nicht nur Instandsetzungen durchführen, sondern auch bei Neubauten Hand an legen. Zum Abschluss des Rundgangs lud der Zoo den Arbeitskreis in das neue Schmuckstück ein. Dank der Else Schütz Stiftung entstand 2021 für 1,2 Mio. Euro die neue Zooschule mit einer Kapazität für 199 Menschen in unterteilbaren Räumen, barrierefrei und mit viel technischer Raffinesse.
Die Zooschule ist den Verantwortlichen eine Herzenssache ebenso wie die Arterhaltung und die Beteiligung an Zuchtprogrammen. „Artenschutz fängt vor der Haustüre an“, unterstreicht Mirko Thiel und verweist auf das neue Gehege der Gelbbauchunken.
Zum Abschluss zeigten sich die WiFo Mitglieder von der professionellen Zooführung und dem engagierten Einsatz der Mitarbeiter beeindruckt. „In der Diversität unserer Mitgliedsbetriebe liegt unsere Stärke. Wir lernen voneinander und können uns gegenseitig unterstützen“, resümierte AK-Vorsitzender Frank Wolsfeld. Einig sind sich Zooführung und das WiFo, dass die Anbindung des Zoos an den ÖPNV dringend notwendig ist und adressiert diese Forderung an den Kreis Neuwied.
Im anschließenden Austausch belegte die WiFo Ehrenvorsitzende Brigitte-Ursula Scherrer die Stärke der Gemeinschaft nach außen. „Die Stadt Neuwied bekommt nun endlich einen qualifizierten Mitspiegel. Das können wir uns mit auf unsere Fahne schreiben“.

BUZ: Der Zoo ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor Neuwieds. Davon machte sich der WiFo Arbeitskreis Standortentwicklung ein Bild vor Ort