Asas wird Neuwied voran bringen

WiFo AK Standortentwicklung besuchte ex Rasselstein

„In den letzten zwei Jahren waren gegenseitige Besuche kaum möglich. Mit dem Ende der Corona Beschränkungen greifen wir eine gute Tradition auf“, kommentierte Frank Wolsfeld, Sprecher des Arbeitskreis Standortentwicklung, die Besichtigung des ehemaligen Rasselstein-Geländes. Die Stippvisiten dienen den Mitgliedern des WirtschaftsForums zum Kennenlernen, zum Austausch und der gegenseitigen Unterstützung. „ASAS wird Neuwied voran bringen. Und zwar in den Bereichen Arbeitsplätze, Wohnen und sogar Kunst“, zeigten sich Frank Wolfsfeld und Kollegen nach dem Besuch überzeugt. Zuvor hatten Fred Häring, Director Business Development und Projektkoordinator Adem Azak, über die neuesten Entwicklungen des Industrieparks und dem geplanten Wohnquartier informiert. Während der Großbrand vom März 2021 und der danach erfolgte Teilabriss der ehemaligen Werkshallen sichtbare Spuren hinterlassen haben, die bald durch den Neubau einer 12.000m² großen Halle vollständig beseitigt werden, geht Corona nahezu spurlos am 820 Mio. Euro umsatzstarken türkischen Konzern vorbei. Die Extrusionsprofile und Walzbleche aus Aluminium sind in der Bauwirtschaft und im Fahrzeugbau gefragt. Der Standort Neuwied dient dem exportstarken Konzern (>50% Exportanteil), als Logistikzentrum für Deutschland und die umliegenden Länder. In den nächsten Monaten werden die Aktivitäten auf dem 880.000m² großen Gelände deutlich ausgeweitet. Bis zu 500 Arbeitsplätze auf dem Gelände hält Fred Häring in den nächsten Jahren für möglich.

„Modulares Bauen ist die Zukunft“, ist sich der Geschäftsentwickler sicher. Ab Sommer werden am Wiedufer „Tiny Houses“ präsentiert. Die 20 – 36m² kleinen, kubischen, Häuser können als Büros, Garten- und Ausstellungshäuser oder für den Messebau eingesetzt werden. In der gedämmten Ausführung können sie auch für Wohnzwecke genutzt werden. Der Clou von ASAS: Die Häuser sind faltbar und damit transportabel. Sie sind aber erst der Anfang. Später sollen mehrgeschossige Gebäude hinzu kommen. Der Innenausbau soll optional und kundenkonfiguriert in Neuwied zugebucht werden können. Das zweite Zukunftsprojekt von ASAS sind AGV´s. Also autonom fahrende Fahrzeuge, die sich über Optik und Mapping selbst steuern und in den Bereichen Industrie, Medical und E-Mobility eingesetzt werden. Deren Endmontage ist ebenfalls am hiesigen Standort geplant. Bereits jetzt kooperiert man mit der Uni Koblenz, die bei „visual Robotics“ zu den führenden Hochschulen zählt. Aber auch Alu-Felgenringe, die ASAS exclusiv für einen Kunden fertigt, sollen in Neuwied kommissioniert und von dort aus in Europa verteilt werden.

Über 600 Wohneinheiten für über 1000 neue Neuwieder

Eine Quartierentwicklung hatte die Stadt Neuwied ASAS beim Kauf des Grundstücks zur Auflage gemacht.  „So etwas entwickelt man nicht mal eben so und wir sind auch nicht am schnellen Geld interessiert“, erklärte Adem Azak bei der Vorstellung von Konzepten und Planungen für das Wohn-Gewerbe-Mischgebiet. Die für ein solches Projekt erforderlichen Gutachten und Expertenstudien hätten viel Zeit in Anspruch genommen. Außerdem müsse der mehrgeschossige Wohnraum mit über 600 Wohneinheiten, inklusive Nahversorgung und Infrastruktur, zukunftsfähig geplant werden. Dabei spielt vor allem die Mobilität eine Rolle. Die alten Gleise könnten die Menschen aus dem Quartier direkt mit dem Neuwieder Bahnhof verbinden. Damit wird der neue Stadtteil äußert attraktiv für Pendler aus Bonn oder Koblenz. WiFo Sprecherin Marion Blettenberg, gleichzeitig Mitglied in der Initiative Region Ko-Mittelrhein, bestätigt enormes Interesse der Koblenzer angesichts begrenzter Wohnraumkapazitäten. „Die Konzeptionierung des Wohnparks, in enger Absprache mit der Stadtverwaltung, ist soweit voran geschritten, dass noch in diesem Jahr der Bebauungsplan aufgestellt wird“, ist Adem Azak zuversichtlich.

Kunst und Green Deal

Abschließend ließ Fred Häring die WiFo Mitglieder mit zwei weiteren Projekten aufhorchen. ASAS Geschäftsführer Safa Bayar Yavuz ist ein Kunstmäzen. Davon profitiert auch der Standort Neuwied. „Demnächst werden in der alten Halle Schmelz- und Brennöfen installiert. Künstler werden hier Kunst aus Glas, Keramik und Aluminium produzieren und ausstellen“, kündigt Fred Häring an. Der Neue Kunstverein Mittelrhein hat es sich hier zur Aufgabe gemacht, zeitgenössische Kunst erfahrbar zu machen. „Wir stehen hinter dem Green Deal der EU“ verabschiedete Fred Häring die Besucher. Schon jetzt habe der ASAS Konzern genau ermittelt, wieviel CO2 jeder Produktionsschritt emittiert. Zunehmend setzt man auf erneuerbare Energie. „Unsere Hallendächer haben ein beträchtliches Potential für Photovoltaik“, so Fred Häring.

BUZ Foto 13 = Fred Häring, Director Business Development und Projektkoordinator Adem Azak, berichten den Mitgliedern des Neuwieder WirtschaftsForums über die neuesten Entwicklungen von ASAS auf dem ehemaligen Rasselstein Gelände.